Ivan Dimov: Who am I?
Reden wir von Authentizität, reden wir von dem, was wir alle gerne wären. Authentisch. Aber was soll das sein? Psychologen sprechen davon, dass Menschen sich im Leben entweder auf intrinsisch motivierte Ziele konzentrieren, also authentische, was bedeutet, dass man erkennt, im Leben eine Wahl zu haben und sich bewusst ein Lebensthema wählt, das auf rationaler Einschätzung seiner Erfahrung beruht. Dabei spielt es keine Rolle, welche Wahl man trifft, solange diese Ausdruck dessen ist, was man wirklich glaubt und fühlt. Andere entscheiden sich für sogenannte nichtauthentische Lebensprojekte, also von äußeren Kräften motivierte. Das sind solche, die jemand auswählt, weil sie das sind, was alle anderen tun und es daher scheinbar keine Alternative zu ihnen gibt.
Die einen entdecken also ihre Lebensthemen und -ziele selbst und die anderen übernehmen sie. Beide ist völlig in Ordnung, solange man mit sich selbst in Harmonie lebt. Beide Varianten helfen einem bei dem Versuch, dem Leben einen Sinn zu verleihen. Welche Variante für einen selbst die Richtige ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Manchmal steht man erst mit Anfang dreißig oder noch später an einer Lebenswegkreuzung und muss noch einmal von Neuem entscheiden, wie es weitergehen soll. Das heißt nicht, dass der bisher eingeschlagene Weg falsch war, aber er ist vielleicht nicht mehr länger der richtige. Oder er war wirklich der Falsche. Ich habe Schüler in der Malschule erlebt, die, trotz guter Karriere und einem durchaus erfüllenden Beruf, plötzlich eine Kehrtwende machten und nur noch malen wollten.
Wie dem auch sei – die Motivation für ein Lebensthema kann von außen oder innen kommen. Selbst Menschen, die den “künstlerischen Weg” einschlagen, müssen nicht unbedingt authentisch sein. Vielleicht wollen sie gerne dieses Leben leben, als Bohemiens, weil es von außen betrachtet aufregend und verrucht und skurril wirkt, aber dann stellen sie fest, dass sie mit einem Job als Controller eigentlich viel glücklicher sind. Und genau darum geht es.
Allgemein wird immer angenommen, dass Menschen in den musischen Berufen das authentischere Leben führen. Ich glaube das nicht. Wieso sollte ein Arzt, ein Ingenieur oder meinetwegen ein allseits verhasster Banker, der anderer Leute Geld verspekuliert, nicht ebenfalls ein Leben führen, das dem entspricht, was ihm große Freude bereitet und seinem Leben einen Sinn verleiht? Und genauso gibt es viele unglückliche Schriftsteller, Schauspieler, Tänzer, Maler etc., die vielleicht glauben, sie würden sich selbst verwirklichen, aber im Grunde nur einer von außen oktroyierten Sichtweise erlegen sind, die mit ihnen selbst rein gar nichts zu tun hat. Auch wenn das in diesem Moment vielleicht eine schmerzhafte Erkenntnis ist, ist es immer noch besser sie zu haben und sein Leben zu ändern als jahrelang an sich selbst vorbei zu leben, mit dem Gefühl, sein Leben irgendwie vergeudet zu haben.
Authentizität lässt sich für mich am besten so beschreiben, dass man im Einklang mit sich selbst ist. Und zwar nicht nur auf beruflicher, sondern auch auf privater Ebene. Das ist mit Sicherheit ungemein schwierig. Und dennoch ist das der Weg zur wahren Zufriedenheit. Und zur Erfüllung. Ich rede hier nicht, von Selbstzentriertheit, denn Einklang mit sich selbst ist für mich gleichbedeutend mit Einklang auch mit jenen Menschen, die einem nahe sind.
So schwierig dies erscheint, so erstrebenswert ist es. Ich hoffe, wir alle finden diesen unseren Weg zum Einklang mit allem.
Bis bald in der Malschule — Ivan
Kölner Malschule in Facebook
Hier, dachte dir gefaellt das vielleicht:
Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen,
dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnung für mich sind,
gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich , das nennt man
“Authentisch-Sein”.
Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden,
wie sehr es jemanden beschämt,
ihm meine Wünsche aufzuzwingen,
obwohl ich wusste, dass weder die Zeit reif,
noch der Mensch dazu bereit war,
auch wenn ich selbst dieser Mensch war.
Heute weiß, das nennt man
“Selbstachtung”.
Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört,
mich nach einem anderen Leben zu sehnen,
und konnte sehen, dass alles um mich herum
eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man
“Reife”.
Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden,
dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist
– von da konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich, das nennt sich
“Selbstachtung”.
Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört,
mich meiner freien Zeit zu berauben
und ich habe aufgehört,
weiter grandiose Projekte
für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das,
was mir Spaß und Freude bereitet,
was ich liebe
und mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise
und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man
“Ehrlichkeit”.
Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit
was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von allem, das mich immer wieder hinunterzog,
weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das “gesunden Egoismus”,
aber heute weiß ich, das ist “Selbstliebe”.
Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört,
immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt,
das nennt man “Einfach-Sein”.
Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
da erkannte ich,
dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann,
als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner,
diese Verbindung nenne ich heute
“Herzensweisheit”.
Wir brauchen uns nicht weiter
vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen
mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen
manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich,
das ist das Leben!
Charlie Caplin , 70.Geburtstag.